Vertrauensverlust als Basis einer außerordentlichen Kündigung bei geringwertigen Vermögensdelikten

von: Lea Marie North

GRIN Verlag , 2019

ISBN: 9783668896680 , 71 Seiten

Format: PDF

Kopierschutz: frei

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Preis: 29,99 EUR

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Vertrauensverlust als Basis einer außerordentlichen Kündigung bei geringwertigen Vermögensdelikten


 

Bachelorarbeit aus dem Jahr 2017 im Fachbereich Jura - Zivilrecht / Arbeitsrecht, Note: 1,0, Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Sprache: Deutsch, Abstract: Der Vertrauensbegriff hat in den letzten Jahren im Ku?ndigungsrecht stark an Pra?senz gewonnen. 'Vertrauen ist der Anfang von allem', so lautete ein bekannter Werbeslogan der Deutschen Bank. Er benennt zutreffend die Grundlage fu?r gesellschaftliche Beziehungen, insbesondere fu?r dauerhafte Vertragsverha?ltnisse. Denn zwischenmenschliches Zusammenleben und -arbeiten ist ohne ein gewisses Maß an Vertrauen nicht denkbar. Schließlich vertraut der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer Umgang mit seinen Rechtsgu?tern an und umgekehrt. Wenn allerdings das fu?r ein Arbeitsverha?ltnis elementar wichtige Vertrauen durch Diebstahl verloren geht, so sollte sich der Arbeitgeber auch schnellstmo?glich von seinem Vertragspartner wieder lo?sen ko?nnen. Auf der anderen Seite vertraut der Arbeitnehmer gleichermaßen in das bestehende Arbeitsverha?ltnis und die damit verbundene finanzielle Absicherung. Aus diesem Grund ko?nnte man das Zitat gleichwohl auch umdrehen in ,,Kein Vertrauen ist das Ende von allem'. Vor allem der Vertrauensverlust nach geringwertigen Vermo?gensdelikten ist in der Vergangenheit ha?ufig thematisiert worden. So ko?nne die Entwendung sehr geringwertiger Vermo?gensgegensta?nde, wie beispielsweise eines Bienenstichkuchens in Ho?he von umgerechnet 30 Cent, das Vertrauen bereits unwiederbringlich erschu?ttern. Daraus resultierend erlangte die entscheidende Frage, ob ein Vertrauensverlust mit einem wichtigen Grund im Sinne des § 626 BGB gleichgestellt werden kann und mithin eine außerordentliche Ku?ndigung rechtfertigt, regelrecht mediale Prominenz, denn grundsa?tzlich galt ,,wer klaut, der fliegt'. Dieses arbeitsrechtliche Pha?nomen wurde gesellschaftspolitisch stark kritisiert. Nach dem Bekanntwerden des 'Emmely-Urteils' im Jahre 2009, bei dem eine Kassiererin wegen eines geringen Vermo?gensschadens in Ho?he von 1,30 Euro nach u?ber 30 Jahren Betriebszugeho?rigkeit fristlos geku?ndigt wurde, entfachte eine o?ffentliche Debatte u?ber das allgemeine Anstands- und Gerechtigkeitsgefu?hl. Dabei stellt die Thematik außerordentlicher Ku?ndigungen bei geringfu?gigen Vermo?gensdelikten keinesfalls einen neuerlichen arbeitsrechtlichen Diskurs dar.